Wenn am 6. und 7. März in der Raiffeisen Sportarena in Grieskirchen Europas Faustball-Elite beim EFA Champions Cup in der Halle aufeinandertrifft, dann ist vieles wie immer – und doch anders. Denn für die Union Tigers Vöcklabruck geht es beim EFA Faustball Men’s Champions Cup Indoor 2026 um das fehlende Puzzleteil in einer ohnehin eindrucksvollen Sammlung.
Gerade einmal eine Woche liegt er zurück, der jüngste Erfolg der Faustballer der Union Tigers Vöcklabruck. Am Sonntag, 22. Februar, krönten sich die Tigers beim Final3 in der Bezirkssporthalle Rohrbach erneut zum österreichischen Hallen-Staatsmeister. Zwölf Titel insgesamt, sieben davon indoor – eine Bilanz, die unterstreicht, wie dominant die Vöcklabrucker unter dem Hallendach agieren. Allzu lange gefeiert wurde aber nicht. Bereits im Siegerinterview mit dem ORF blickte Kapitän Paul Part auf den zweiten Saisonhöhepunkt, der auf die Tigers noch wartet: den Champions Cup in Grieskirchen. „Die Vorfreude ist riesig. Wir wollen nach dem Staatsmeister diese Woche nun auch auf europäischer Ebene zeigen, was wir können und im Idealfall mit zwei Titeln die Hallensaison beenden“, sagt Part. Der 22-Jährige hat die Kapitänsbinde zu Saisonbeginn vom langjährigen Leader Jakob Huemer übernommen – und hat mit dem Team nun ein klares Ziel vor Augen.
Dominanz mit Ansage
14 Siege aus 16 Spielen im Grunddurchgang, ein souveräner 4:0-Erfolg im Finale gegen den TV Wohnplan Enns – die Hallensaison der Tigers. „Wir können sehr positiv auf die Hallensaison zurückblicken“, sagt Paul Part. So gab es lediglich eine knappe Niederlage gegen den FBC LINZ AG Urfahr und in der letzten Runde gegen die Union Compact Freistadt. Hier standen die Tigers bereits fest als Grunddurchgangssieger fest und schonte die Hauptangreifer. „Damit bin ich sehr zufrieden“, sagt der Kapitän, der viel Wert auf eine sachliche Analyse legt. Zwischen den Zeilen ist aber ein gewisser Hunger spürbar: „Generell waren wir den ganzen Grunddurchgang sehr solide und dominant und wollen jetzt nach dem Meistertitel unsere Performance beim Champions Cup nochmals toppen.“
Rohrbach, wo die Tigers ihren jüngsten Staatsmeistertitel fixierten, bezeichnet er als „unsere bisher beste Saisonleistung“. Genau dort will man in Grieskirchen wieder ansetzen – oder besser noch: darüber hinausgehen.
Sehnsucht nach dem fehlenden Titel
Was macht die Tigers indoor so stark? Für Part ist die Antwort klar: „Ich denke, dass vor allem unsere Kompaktheit und Angriffshöhe uns in der Halle einen Vorteil verschafft. Wir haben die Qualitäten, aus beliebigen Lagen die Bälle hoch an die Leine zu spielen, und unsere Angreifer können diese hohen Bälle in der Halle meistens gut verwerten.“
Ein System, das greift – vor allem, wenn Hauptangreifer Karl Müllehner fit ist. Im vergangenen Jahr musste man beim Champions Cup verletzungsbedingt auf ihn verzichten. Ein herber Rückschlag im Titelrennen, am Ende gab es die Bronzemedaille. Heuer ist die Ausgangslage eine andere. „Personell werden wir mit gesamtem Kader auftreten. Es sind alle gesund, verletzungsfrei und hungrig nach einem Champions-Cup-Titel.“ Hungrig – das ist das Stichwort.
Österreichischer Meister im Feld und in der Halle, Champions-Cup-Sieger am Feld, Weltpokalsieger – die Liste der Erfolge ist lang. Doch ausgerechnet der Hallen-Champions-Cup fehlt. „Dieser Titel fehlt noch in unserer Sammlung. Das wäre sicherlich zum einen für alle Spieler, aber auch für den ganzen Verein ein Riesenerfolg“, gesteht Part. Immer wieder war Vöcklabruck dran, gewann zweimal Bronze und zweimal Silber.
Ganz oben stand aber stets ein anderes Team: der TSV Pfungstadt. Die Deutschen sind auch heuer wieder dabei – ebenso wie der STV Oberentfelden. Im Halbfinale wartet allerdings zunächst der TV Käfertal. „Ich denke, wir müssen gegen Käfertal vor allem das Angriffsduo Stocklasa und Trinemeier in den Griff kriegen und mit einer spannenden Partie rechnen“, so Part: „Dennoch müssen wir auf unsere Qualitäten und unser Hallenspiel vertrauen und konsequent agieren.“
Geschlossene Einheit als Schlüssel
Oberentfelden und Pfungstadt bestreiten das zweite Semifinale. Welche zwei der vier teilnehmenden Teams ins Endspiel einziehen werden, ist offen. Die Zielsetzung der Tigers dagegen nicht. „Unser Ziel ist definitiv, dass alle Spieler ihre Leistung abrufen können und wir durch eine geschlossene Mannschaftsleistung uns gegen – egal welche Gegner – in Halbfinale und Finale durchsetzen werden.“ Geschlossenheit – ein Wort, das immer wieder fällt. Vielleicht ist es genau das, was Vöcklabruck von vielen Konkurrenten unterscheidet: ein eingespielter Kern, taktische Klarheit und ein Kapitän, der Verantwortung übernimmt, ohne sich in den Vordergrund zu stellen. In Grieskirchen bietet sich nun die große Bühne.
„Die Arena wird beben“, ist OK-Chefin Petra Kitzinger von der ausrichtenden UFG Sparkasse Grieskirchen/Pötting überzeugt. Und vielleicht, wenn alles aufgeht, bebt sie am Samstag um 17 Uhr ganz besonders – wenn Paul Part und die Tigers Vöcklabruck endlich jenen Pokal in Händen halten, der ihnen noch fehlt.